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Private Equity – Eine Alternative für die Finanzierung von Familienunternehmen (3)

Die Knackpunkte: Unternehmensbewertung und Unternehmensstrategie
Besondere Bedeutung bei der Auswahl des Investors hat die Unternehmensbewertung. Schließlich ist das der Preis, den die Familie für ihre Anteile erzielt. Und da gibt es häufig große Unterschiede zwischen der Wertfindung des Investors und den Erwartungen der Unternehmerfamilie. Denn der Investor bewertet das Unternehmen nach rein monetären Gesichtspunkten mit klassischen Rechenmodellen wie dem Discounted Cashflow-Verfahren. Für Familienmitglieder, die über Jahrzehnte hinweg ihr Herzblut investiert haben, eine ungewohnte Situation.

Für den Investor ist vor allem die Zukunft interessant. Deshalb legt er großen Wert auf eine plausible Mehrjahresplanung. Hier zeigen sich oft Schwächen bei den Familienunternehmen. Immer wieder zeigt sich beispielsweise, dass die geplanten Zuwachsraten unrealistisch sind, die Investitionskosten zu niedrig angesetzt wurden oder der Bedarf an Finanzmitteln höher ist als geschätzt. Empfehlenswert ist daher, die Unternehmensbewertung gut vorzubereiten. Der Investor wird die Angaben seinerseits vor einem Einstieg genau prüfen.

Bei der Auswahl der Private-Equity-Gesellschaft sollte der Unternehmenswert jedoch nicht das einzige Entscheidungskriterium sein. Das gilt insbesondere, wenn die Familie nicht vollständig verkauft, sondern weiterhin engagiert bleibt. Wichtig ist, dass sich die Partner über die gewünschte Weiterentwicklung des Unternehmens und die dabei zu beachtenden Regeln einig sind. Sonst besteht die Gefahr, dass unterschiedliche Vorstellungen über die Ziele und Zukunft des Unternehmens erst später aufeinanderprallen.

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