Vertreterversammlung 2016

Raiffeisenbank Neumarkt legt Geschäftszahlen für das Jahr 2015 vor

von links: Dir. Josef Dunkes, Aufsichtsratsvorsitzende Martina Jacob, scheidender Aufsichtsrat Erwin Schierl, Dir. Josef Hofbauer

Neumarkt - Am Dienstag, 28. Juni 2016 lud die Raiffeisenbank Neumarkt i.d.OPf. eG zur Vertreterversammlung ein. Dieses Gremium, umgangssprachlich auch „Raiffeisen-Parlament“ genannt, kommt einmal im Jahr zusammen, um über wichtige geschäftspolitische Themen zu entscheiden. Der Vorstandsvorsitzende, Dir. Josef Dunkes, begrüßte neben den von den Mitgliedern gewählten Vertretern auch Gäste der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.

 

Im Tagesordnungspunkt 2 berichtete der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Dir. Josef Hofbauer, über das abgelaufene Geschäftsjahr. Dir. Hofbauer erläuterte, wieso das regulatorische und geldpolitische Umfeld der regionalen Genossenschaftsbank das Leben mittlerweile sehr schwer macht. Seit März dieses Jahres ist zum Beispiel die neue Wohnimmobilienkreditrichtlinie umzusetzen, die eigentlich den Verbraucherschutz als Ziel hat, stattdessen aber eine überbordende Bürokratie mit sich bringt. Er kritisierte auch die ewige politische Diskussion bezüglich der europäischen Einlagensicherung. „Warum sollten wir mit unseren bzw. mit den Geldern unserer Kunden für ausländische Großbanken haften, die sich beispielsweise durch aggressive Kreditgeschäfte oder im Investmentbanking verzocken“, fragte Dir. Hofbauer. 200 Milliarden Euro kostete die aktuelle Niedrigzinsphase nach Berechnungen der DZ-BANK den Deutschen von 2010 bis 2016.

 

Auch vor dem Hintergrund der schwierigen Rahmenbedingungen zeigte sich Dir. Hofbauer zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2015. Die Bilanzsumme konnte um 4,98 % auf 909 Millionen Euro gesteigert werden. Damit ist die Raiffeisenbank Neumarkt die fünft-größte Genossenschaftsbank in der Oberpfalz. Die an die Kunden ausgereichten Kredite stiegen um gut 24,7 Millionen Euro auf rund 377,3 Millionen Euro, auch dank vieler privater Baufinanzierungen. Die Kundeneinlagen beliefen sich mit über 754 Millionen Euro rund 39,7 Millionen Euro über dem Vorjahrwert. Insgesamt betreut das Kreditinstitut rund 1,6 Milliarden Euro. An der Raiffeisenbank Neumarkt sind 13.217 Mitglieder beteiligt, die mit einer Dividende von 4,00 % am Erfolg der Bank beteiligt werden. Auch die Gemeinden im Geschäftsgebiet profitieren mit Gewerbesteuereinnahmen von rund 805.000 €. Am Ende seiner Ausführungen sprach Dir. Hofbauer den 200 Mitarbeitern ein großes Lob für ihre engagierte Arbeit aus.

 

Die im Jahr 2015 neu gewählte Aufsichtsratsvorsitzende Martina Jacob berichtete über die Tätigkeit des Aufsichtsrats und die gesetzliche Prüfung. Im Anschluss wurde der Jahresabschluss 2015 von der Vertreterversammlung genehmigt sowie Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung erteilt. Bei den anstehenden Wahlen zum Aufsichtsrat wurden Alois Hollweck, Albert Fiehl und Martina Jacob im Amt bestätigt. Kathrin Schierl wurde neu in das Gremium gewählt.

 

Mit Erwin Schierl aus Kastl schied ein verdienter Genossenschaftler aus dem Aufsichtsrat aus.

Schierl war seit 1986 ehrenamtlich, erst für die damalige Raiffeisenbank Lauterhofen-Kastl eG und nach der Verschmelzung 1997, für die Raiffeisenbank Neumarkt tätig. 2011 erhielt Schierl die „Silberne Raiffeisen-Ehrennadel“. Der Vorstand bedankte sich bei Ihm für die langjährige und verdienstvolle Tätigkeit.

 

In seinen Schlussworten ging Dir. Dunkes nochmal auf die Herausforderungen der Gegenwart ein. Durch einen Vergleich des Bankgeschäfts mit einem „kleinen Buchladen um die Ecke“ zeigte er auf, dass sich die Gewohnheiten der Kunden verändert haben. So verlagern sich die Bankgeschäfte immer mehr in das Internet. Aber auch die von Dir. Hofbauer angesprochene Überregulierung und Niedrigzinsphase machen es für die Bank unerlässlich, sich zukunftsorientiert aufzustellen. Deshalb werden die Servicezeiten der Filialen reduziert. Auch Filial-schließungen schloss er für die Zukunft nicht aus. Auf der anderen Seite wird ein Kunden-Service-Center, über das die Kunden Bankgeschäfte per Telefon erledigen können, aufgebaut und die digitalen Kanäle wie Online-Banking und die BankingApp weiter ausgebaut.